Unser Verein
Café Klein – bei Anni
Erinnerungen aus Brendlorenzen
Café Klein – „bei Anni“
Anni gehörte zu Brend. Und „bei Anni“ fühlten sich viele daheim.
Wer von „bei Anni“ sprach, musste nicht viel erklären. Man wusste, wo man hingehörte. Ihre Gaststube war für viele wie das eigene Wohnzimmer und Anni wie eine zweite Mutter. Hier traf man sich, spielte Schafkopf, erzählte vom Tag und blieb gern noch ein bisschen sitzen. Anni und ihre Kneipe waren ein fester Teil von Brend – und bleiben es in den Erinnerungen der Menschen.
Ein Stück Brend
„Bei Anni sind wir daheim.“
Am 1. Mai 1971 übernahm Anna „Anni“ Röhrich das Café Klein. Über die Jahrzehnte wurde daraus für viele ein fester Platz im eigenen Leben. Man kam zum Essen, auf ein Bier oder einfach, um bekannte Gesichter zu treffen. Aus Gästen wurden Stammgäste, und aus der Gaststube wurde ein zweites Zuhause.
Anni lebte direkt über der Gaststube. Küche, Theke und die Menschen an den Tischen waren ein großer Teil ihres Alltags. Oft war sie bis spät am Abend für ihre Gäste da. Viele erinnern sich an ihre Pommes, Schnitzel oder Hähnchen und an die gemeinsamen Stunden „bei Anni“. Auch für Sonderwünsche wie eine Gans hatte sie ein offenes Ohr – man musste nur rechtzeitig vorbestellen.
Ihr Weg nach Brendlorenzen
Ein Leben für die Gaststube und ihre Menschen
Schon vor der Zeit im Café Klein hatte Anni viel Erfahrung im Umgang mit Gästen gesammelt. Ihr beruflicher Weg führte sie unter anderem ins Schloss Birnfeld bei Stadtlauringen und ins Café Hundesmühl in Bad Kissingen. Dort lernte sie ihren späteren Mann Karl kennen. Die Familie zog nach Bad Neustadt, wo Anni sieben Jahre in der Stadthalle arbeitete. 1971 begann dann ihre Zeit in Brend – und damit die Geschichte, die so viele mit „bei Anni“ verbinden.
Am Stammtisch saßen verschiedene Generationen zusammen. Beim Schafkopf wurde mitgefiebert und beim nächsten Gespräch weiterdiskutiert. Nach dem Sport, zum Geburtstag oder einfach so: Es gab viele Gründe, bei Anni vorbeizuschauen. Das Essen, die vertraute Runde und Anni selbst machten aus einem gewöhnlichen Abend oft eine Erinnerung, die geblieben ist. Selbst die Kirchenzettel lagen bei Anni schon für jeden bereit. Wer sie mitnehmen wollte, konnte das gleich beim Besuch in der Gaststube tun – dafür musste man nicht einmal mehr in die Kirche.
Annis Ruf reichte weit über Brend hinaus. Auch Menschen aus dem Landkreis und von weiter her kamen gern zu ihr. Für viele, die in Bad Neustadt zu Besuch waren, stand fest: Bei Anni mussten sie unbedingt noch vorbeischauen. Ein Besuch bei ihr gehörte einfach dazu.
Das gehörte zu „bei Anni“
Annis Pommes und das „Isar-Wasser“
Annis Pommes: Bei diesem Gedanken haben viele gleich wieder den Teller vor Augen. Dazu gehören die Erinnerungen an Schnitzel, Hähnchen und die großzügigen Portionen. Und natürlich das „Isar-Wasser“, das grüne Getränk im Bierkrug. Kleine Dinge, an denen so viel gemeinsame Zeit hängt.
Platz für Gespräche
Zusammen am Tisch
Ein vertrauter Tisch, bekannte Gesichter und Zeit zum Erzählen. So haben viele „bei Anni“ erlebt. Vielleicht fällt dir beim Anschauen gleich wieder ein Abend ein, an dem du selbst mit in der Runde saßt.
Musik und Geselligkeit
Livemusik – wo kein Platz war, wurde welcher gemacht.
Ab und an gab es auch Livemusik. Viel Platz war dafür nicht – aber irgendwie hat man alle untergebracht. Dann wurde es noch ein bisschen enger und noch ein bisschen geselliger.
Als im Dezember 2022 der Abschied näher rückte, ließen es sich die Stammgäste nicht nehmen, Anni noch einmal zu überraschen. Sie organisierten eine Feier mit Livemusik, von der sie vorher nichts wusste. Noch einmal wurde gemeinsam gefeiert, gelacht und Anni für all die Jahre gedankt.
Am 15. Dezember 2022 endete die Zeit des Café Klein. Heute steht nicht einmal mehr das Gebäude. Doch wer dort am Tisch saß, Schafkopf spielte oder von Anni einen Teller hingestellt bekam, verbindet mit diesem Platz weit mehr als ein Haus. Geblieben sind die Geschichten, die Bilder und das Gefühl: Bei Anni waren wir daheim.
Im und vor dem Gasthaus
Begegnungen und Wiedersehen
Auch in Schwarz-Weiß machten Anni und ihre Stammgäste ein gutes Bild.
Aus der überlassenen Sammlung
Ein Rückblick aus der Zeitung
40 Jahre „bei Anni“ und ihr 70. Geburtstag: Dieser aufbewahrte Ausschnitt erinnert an das gemeinsame Jubiläum 2011. Schon damals gab es viele Geschichten über die Gaststube und die Frau, die für so viele Menschen zu Brend gehörte.
Die Texte auf dieser Seite sind eine eigene Zusammenfassung der überlassenen Main-Post-Ausschnitte von Gerd-Ludwig Borst: des Jubiläumsberichts vom 8. Mai 2011 und des Abschiedsberichts vom 13. Dezember 2022.
So fühlte es sich an
Wie eine Familie
Die kleine Kneipe in unserer Straße: Dieser aufbewahrte Zeitungsausschnitt erinnert an 35 Jahre Café Klein. Schon die Überschrift bringt auf den Punkt, was viele mit Anni verbinden – hier fühlte man sich wie in einer Familie.
Zu Annis 65. Geburtstag kamen auch die Kinder des Kindergartens St. Josef mit einem Ständchen vorbei. Die Erinnerung daran zeigt, wie viele Generationen mit ihr und ihrer Gaststube verbunden waren.
In liebevoller Erinnerung
Anna „Anni“ Röhrich
Anna Röhrich, die in Brend alle als Anni kannten, verstarb am 22. September 2024.
Wir denken an Anni, an ihre Gastfreundschaft und an all die gemeinsamen Stunden zurück. Bei ihr waren wir daheim – und genau so behalten wir sie in Erinnerung.
Die Bilder und Zeitungsausschnitte hat uns Andrea, Annis Tochter, auf unsere Bitte für diese Erinnerungsseite zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür.














